Tatjana Jurczok-Steding · Vorstandsfrau der SAPPhO-Frauenwohnstiftung · Ärztin · Dozentin für Gerontopsychiatrie
Ich bin Ärztin und habe viele Jahre Gerontopsychiatrie gelehrt – das Älterwerden war also beruflich wie persönlich ein Dauerthema. Dabei habe ich gelernt: Gesund alt zu werden ist wunderbar, aber mindestens genauso wichtig sind Selbstbestimmung, gute Beziehungen und ein Zuhause, in dem jede bleiben kann, die sie ist.
Seit vielen Jahren engagiere ich mich in feministischen Frauen- und Lesbenzusammenhängen – für Vernetzung, Bildung, Solidarität und die subversive Idee, dass Frauen ihre Räume am besten selbst gestalten.
Das Frauenlandhaus Charlottenberg ist für mich genauso ein Ort. Ich war dort Vorstandsfrau und Referentin und freue mich, heute an seiner Zukunft mitwirken zu können.
Seit 2023 bin ich Vorstandsfrau der SAPPhO–Frauenwohnstiftung. Besonders wichtig ist mir die Begleitung von Stifterinnen und Erblasserinnen. Denn hinter jedem Vermögen steckt auch eine Geschichte und die Frage: Was soll von meinem Leben bleiben und weiterwirken?
Ich möchte Frauen dabei unterstützen, aus ihren Ideen und ihrem Vermögen etwas Dauerhaftes entstehen zu lassen: Wohnraum, Begegnungsorte, Gemeinschaft und sichere Perspektiven für Frauen und Lesben.
Stiftungsarbeit bedeutet für mich deshalb nicht nur, Geld ordentlich zu verwalten – obwohl das natürlich auch nicht schaden kann. Es geht vor allem darum, weibliche Geschichte, Solidarität und selbstbestimmte Räume weiterzutragen und Zukunft zu gestalten.
Mein Wunsch: dass auch kommende Generationen von Frauen und Lesben Orte finden, an denen sie selbstbestimmt leben, sich begegnen, älter werden und füreinander da sein können. Dafür bringe ich gerne meine Erfahrung, meine Zeit und gelegentlich auch meine Hartnäckigkeit ein.
